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Ich muss hier weiter ausholen für diesen Bericht, aber es lohnt sich die ganze Geschichte zu kennen. Irgendwann Sommer  2014, wir sind auf unserer Sommertour am Donnersberg,

wir kommen auf das Thema gemeinsam mit dem Stammtisch Urlaub zu machen.

Wo, wenn nicht im Geburtsland unserer Fahrzeuge,. Wir einigten uns zusammen für 7 Tage dort zu gastieren und andere Stammtische zu treffen.

Es meldeten sich 12 Mitglieder die gerne mitfahren würden, insgesamt also 8 Fahrzeuge. Das wär mal was, Christine und ich erklärten uns bereit hierfür eine geeignete Location als Stützpunkt auszuwählen.

Frühjahr 2015, aus den ehemals 12 Mitgliedern blieben nur noch 6 übrig, und das 6. Mitglied war auch am Wackeln.  Christine und ich rechneten das ganze Vorhaben nun mit den wenigen verblieben Freunden aus und wir kamen zum Schluss das es arg teuer werden wird. Wir begannen nach Alternativen zu suchen und rechneten diese auch durch.

Wir kamen zu dem Ergebnis das wir für 7 Tage UK auch 14 Tage Spanien trotz doppelter Kilometerleistung bekommen würden. Diesen Vorschlag unterbreiteten wir auch unseren Mitgliedern. Für einige war die Fahrt von 1200 Km zu weit, anderen war es zu warm und wieder andere hatten dann doch lieber was anderes vor. Zum Schluss blieben Nadine, Christine, Stefan und ich über. UK war Geschichte, in Spanien haben wir eine günstige Unterkunft und Sonnengarantie. Das konnte man von England nicht gerade behaupten 😊

Also buchten wir im Februar in Calla Canyelles einen Bungalow für uns. Wir entschieden dann auch mit 2 MGF in den Süden zu fahren und planten dann auch alles gemeinsam.

Calla Canyelles liegt ca. 6 Kilometer von Lloret de Mar und 70 Km von Barcelona entfernt.

Da ich bereits seit einigen Jahren Mitglied in der Facebook Gruppe Club MGF/TF, eine Gruppe aus Spaniern und Portugiesen bin, kannte ich auch einige Leute aus Barcelona.

Hier bildete sich genau zu dieser Zeit die Facebook Gruppe MGF/TF Drivers Club Catalunya. Was liegt da näher als sich mit den Leuten einmal zu treffen.

Der „First Contact“ sozusagen.

Für die MG Welt die wir hier im eher mittleren/nördlichen Bereich von Europa kennen ist das ein Buch mit 7 Siegeln, das Kuriose dabei, man würde sie ja gerne kennenlernen, also sollen sie zu uns hoch kommen, denn, dort hin zu fahren wäre einfach zu weit….

Traurig aber wahr , was soll man dazu sagen. 😉

Ich habe dann den Kontakt mit German über die Portugiesen hergestellt, er war auch gleich so nett mich in die Catalunya Gruppe aufzunehmen. Hier haben wir dann auch ein Zusammentreffen und eine gemeinsame Ausfahrt geplant.

Aber erst einmal mussten wir die Reise antreten.

Da Stefan sonntags noch arbeiten musste, sind wir dann am Montagmorgen, 27.07.2015, um 4 Uhr losgefahren. Stefan und Nadine haben bei uns übernachtet, somit war das dann auch kein Problem. Keiner hatte so richtig geschlafen, wir waren alle aufgeregt und gespannt wie denn der Urlaub laufen würde.

Wir fuhren nun im Dunkeln los und schauten das wir in Deutschland zügig vorankommen würden, was dann auch gut klappte. Die erste kurze Rast legten wir kurz vor Freiburg auf einem Autohof ein, wir haben nochmal vollgetankt, Luft geprüft und nochmal über die Autos geschaut. Alles paletti, es geht weiter durch Frankreich, wir kommen zügig voran und die Zeit vergeht wie im Flug, wir wechselten uns beim Fahren und auch in den Autos gegenseitig ab. Irgendwann dann kurz vor der spanischen Grenze ein bekanntes Geräusch, es rauscht wie wenn ein Radlager kaputt geht, und es wird immer lauter, verdammt, ich habe doch erst vorgestern 2 Radlager bei Christines Auto gewechselt, das kann doch nicht sein, ich bekomme Panik, das Geräusch verändert sich nicht.

Ich fahre dann die nächste Ausfahrt raus und untersuche den MGF, vor lauter Panik merke ich nicht das dieses Radlager Geräusch immer noch da ist, aber das Auto steht und ist auch aus. Das Geräusch war extrem laut und wurde wie wir später recherchiert hatten von einer seltenen Art von Zikaden mit den Hinterbeinen erzeugt da diese nur im Mittelmeerraum leben und nur alle 3-5 Jahre schlüpfen und dann so auf der Partnersuche sind, bekommt man das normalweise selten bis gar nicht mit.

Erleichtert steigen wir alle wieder in unsere Autos und weiter geht es.

Kurz vor der spanischen Grenze merkt man dass das Klima sich ändert und es riecht nach Meer. Wir sind unserem Ziel zwischen Lloret de Mar und Tossa de Mar recht nahe und freuen uns umso mehr als wir tanken fahren, die Preise hier waren wirklich mehr als sozial. So fahren wir dann auf der Landstraße weiter um die Umgebung zu genießen.

Bald darauf fahren wir in Lloret de Mar ein, wir waren schon viel zu lange nicht mehr hier.

Was hat sich alles geändert.. wir waren sehr gespannt. Es gab viel Neues zu sehen, die Zufahrt hatte sich gänzlich geändert, dennoch war auch viel vertrautes zu sehen.

Wir fuhren zu unserer Rezeption um den Bungalow beziehen zu können.

Wir erledigten die Formalitäten und wurden zum Bungalow gebracht, na toll, mit dem angekündigten Parkplätzen vor dem Haus wird das wohl nix. Es geht steil und mit jeder Menge Schlaglöcher zum Haus, das geht nicht ohne sich die Front abzureißen oder permanent aufzusetzen.

Also die Autos unten stehen lassen und zum Bungalow gelaufen.

Nach einer Stunde hatten wir eingecheckt und fuhren nun alles für die nächsten Tage einkaufen. Endlich waren wir im Urlaub angekommen. Wir fuhren nach einer Stärkung dann zum Strand und legten die ersten Meter im Meer zurück. Herrlich !!!

Am nächsten Tag nach einem ausgiebigen, gemeinsamen Frühstück erkundeten wir dann Lloret und die nähere Umgebung. Wir ließen es uns wirklich gut gehen, alles was und zugesagt hat haben wir gegessen und getrunken, am allerliebsten war uns der 2 Liter Krug mit der Champagner Sangria. Wir hatten Spaß und doch hatten wir uns auch gleichzeitig entspannt und genossen den Tag in vollen Zügen.

Am nächsten Tag sollten wir Besuch vom Club MGF/TF aus Barcelona bekommen.

Wir trafen nachdem der angekündigte Termin um eine halbe Stunde verstrichen war einen grauen und einen grünen MGTF auf der Hauptstraße in Lloret.

Es waren Jose´ und David aus Barcelona. Wir verstanden uns sofort prächtig und so kam es das die beiden den ganzen Tag mit uns verbrachten. Es war eine schöne Überraschung,

so tolle Leute, wirklich interessiert andere Leute kennenzulernen und dich auch so nehmen wie du bist. Es war die Vorhut der zusammengewürfelten Facebook Gemeinschaft um abzuchecken ob man es mit uns aushalten kann und ob wir zur Ausfahrt wirklich kommen würden. So vergingen dann die Tage bis zu Event, wir hatten echt viel erkundet und es ist uns auch sau wohl ergangen, anders kann man das nicht ausdrücken.

Auch wurde die Facebook Community größer, wir bekamen das selbst in Spanien mit.

Irgendwie war wohl jeder gespannt was das für Leute waren die da mal 1200 Km fahren um an einem Event teilzunehmen 😊

Am 01.08.2015 war es dann soweit, David hatte mir geschrieben das wir uns in Lloret de Mar beim Aldi auf dem Parkplatz treffen, das war für uns einfach zu finden und die 1. Tour der Facebook Gemeinschaft ging sowieso Richtung Girona.

So fuhren wir dann zum Parkplatz, alle Teilnehmer waren schon da, man wartete seit ein paar Minuten auf uns, beim Einparken beäugten wir uns alle gegenseitig, aus heutiger Sicht schon recht lustig. Für die meisten von der Gruppe war es das erste Mal das sie einen MGF live gesehen hatten. Natürlich begrüßten wir uns erst einmal und jeder schaute sich die Autos des Anderen an. Bei Christines MGF merkte man schon das hier sehr viele Neuerungen in das Auto eingeflossen sind. Viele haben das Auto als Anlass genommen bei sich selbst einige Veränderungen vorzunehmen. Nach einer halben Stunde später war es dann soweit, es begann offiziell die erste gemeinsame Ausfahrt des MG-Stammtisch Worms und des MGF-TF Drivers Club Catalunya.

Wir machten uns in Richtung Girona auf den Weg, Hier merkte man schon das die Katalanen gerne auf dem Gaspedal stehen, vermutlich wollten sie wissen ob wir auch fahren und mit ihnen mithalten können 😊

Nach ca. 20 Km dann die erste Rast, hust, waaaas…. an dem Restaurant angekommen treffen wir auch Jose´ wieder in Begleitung einer Lotus Elise.

Wir setzten uns und kamen auch sehr schnell ins Gespräch, das was an Worten fehlte machte der Körper wieder wett. Nach einer Stunde ging es dann weiter, die Elise übernahm die Führung und es ging in das Gebirge, herrlich.

Schnell war klar, hier gewinnt nur wer hinter der 230 PS Elise irgendwie noch in der Nähe sein kann, ein wildes Überholmanöver begann, zum Schluss blieben die Elise, German mit dem TF 160 und wir mit dem etwas leicht modifizierten MGF 120 über.

German versuchte uns irgendwie zu erwischen, dank unserer breiten 9 Zoll Felgen und der doch recht großen Auflagefläche des Reifen hatte er keine Chance, im Gegenteil wir konnten teilweise unseren leichten Vorsprung ausbauen. Mittlerweile war es Christine dann auch übel und wir mussten auch zum Glück auf den Rest der Gruppe warten.

Somit war dann auch klar dass wir auch mit den Gas spielen können und haben den Respekt der Restlichen Teilnehmer erworben. Ich denke das German doch sichtlich beindruckt war was mit dem alten MGF möglich war, seit diesem Zeitpunkt waren wir unzertrennlich, hahaha. Die Tour ging dann in vernünftigem Tempo weiter, wir fuhren durch eine abwechslungsreiche und erstaunliche Umgebung nach Quart, das hätte ich nicht erwartet. Wir fuhren dann weiter zu Joe Sheriffs Diner/Restaurant „Nou Quart“,

hier hauten wir uns so richtig die Wampe voll.

Jose´, German und ich saßen zusammen und hatten Spaß ohne Ende.

Am coolsten fand ich Joe, er hatte normalerweise mittags kein Geschäft, schon gar nicht in dieser Größe, das „Nou Quart“ öffnet normalerweise um 20:00 Uhr. Als er mitbekam das alle neben einer Vorspeise auch einen großen Hamburger bestellten war irgendwie alles klar. Er brachte einfach weitere Vorspeisen auf das Haus, es juckte ihn gar nicht wer was bestellt hatte, er stellte alles auf den Tisch, es war im Überfluss da.

Nachdem wir gegessen hatten und alle Proppen voll waren ging es an das Bezahlen.

Nuria nahm die Sache in die Hand und entschied alles in einen Topf zu schmeißen, egal wer was gegessen oder getrunken hat, jeder zahlte einen gleichen Anteil. Das war eine gute Lösung die wir bis zum Ende des Urlaubes auch so weiter gehandhabt hatten.

Danach kam Joe mit den Armen voller Liköre und Schnäpse, er ließ es sich nicht nehmen jeden persönlich ein Glas einzuschenken.

Jeder musste trinken, er wäre sonst zutiefst beleidigt gewesen, was soll ich sagen, der Tisch stand voll mit Flaschen, das Auto läuft ja schließlich auch mit Sprit…

Weiter geht es und wir besichtigten dann eine mittelalterliche Stadt, wunderschön, hier zeigte uns der Elise Fahrer wo er wohnte und uns war klar das dies einer seiner Hausstrecken war.

Am späten Nachmittag ging es dann nach St. Feliu über eine der vielen wundervollen Küstenstraße nach Tossa de Mar. Wer meint in der Schweiz seine Top Strecken gefunden zu haben, der soll weiter im Kindergarten mitfahren. Hier sollte man zum schnell fahren einiges an Erfahrung mitbringen. Am allerbesten ist es die Strecken 2 mal zu fahren, einmal zum Genießen und einmal zum (Er)fahren.

In Tossa angekommen machen wir eine kleine Rast und bestimmen das wir noch nach Calla Canyelles in das El Trull fahren und den Tag gemeinsam beenden.

Es war ein tolles erstes Treffen für beide Seiten wie ich heute weiß.

Selbstverständlich trafen wir uns in der Folgewoche noch mehrmals.

3 Tage später trafen wir fast alle in Barcelona wieder. German arbeitet in einem Auto Verkaufshaus und da gibt es natürlich Tiefgaragen, wo gibt es so was???

Parken mitten in Barcelona und das umsonst 😊 der Hammer.

Wir gingen gemeinsam zur Metro und führen mit allen durch Barcelona, sie zeigten uns ihre Stadt, alle Sehenswürdigkeiten und natürlich auch die Ecken und Lokalitäten die eigentlich den Einheimischen vorbehalten sind. Ein wahres Highlight.

Wir gingen in ein Restaurant das ich nie betreten hätte, von außen recht unattraktiv, aber von Innen voll der Hit und ein Geheimtipp unter den Einheimischen.

Hier essen wir gemeinsam Katalanische Hähnchen und trinken lecker Sangria (echte Sangria, nix gepanschtes für Touries).

Wir Gäste aus Deutschland überlegen wie wir uns für die Gastfreundschaft revanchieren können, wir beschließen die Zeche gemeinsam zu zahlen.

Das passte unseren Gastgebern ja mal gar nicht, hahaha, dennoch beschlossen wir uns noch einmal gemeinsam vor unserer Abfahrt zu treffen.

Quim hatte einen Geheimtipp den man eigentlich so nicht erwartet hätte. Ein einheimisches Restaurant, spezialisiert auf Meeresspezialitäten, zog aus Quims Heimatstatt in die Touristenstadt Blanes direkt an den Strand. Hier bekommt man für 13€ ein 5 Gänge Mittagsmenü, Hammer!!

Nachdem der Bedienung klar war das hier fast nur Einheimische zum Essen kamen, war es nur logisch hier deftigst aufzufahren, und wieder kam alles in die Mitte und jeder nahm sich was er wollte. Eine super Sache die wir heute auch noch praktizieren sobald wir mehr Personen sind.

Zahlen konnten wir hier leider nicht mehr, unsere Gastgeber haben das heimlich mit der Bedienung abgeklärt.

Ich kann jedem nur sagen das es eine unserer positivsten Erfahrungen in unserem Leben war. So warmherzig, so gastfreundlich wurden wir noch nirgends empfangen, es entwickelte sich aus einer anfänglichen starken Sympathie eine echte Freundschaft.

Wir danken euch sehr für diese Erfahrung.

Auch nach unserer Abreise hat sich einiges aus der anfänglich lockeren Facebook Gruppe getan. Die „Mitglieder“ machten fast wöchentlich irgendwelche Ausfahrten und Besichtigungen. Die Gruppe wuchs sehr schnell, allerdings mit einer echten wachsenden Kerntruppe und nicht mit sogenannten Mitläufern oder Gästen wie wir sie nennen.

Das passte natürlich dem „einzigen“ unabhängigen Club in Spanien nicht so recht 😊 und sie ließen sich den Club und den Namen offiziell registrieren. Damit es hier dann zu keinen weiteren Reibereien kommen konnte wurde der MGF-TF Drivers Club Catalunya (Barcelona) auch registriert (wie bei uns ein EV)

Somit gibt es hier dann 2 unabhängige Clubs,  einer im Süden und einer im Norden.

Ich sehe es heute so dass wir mit unserem Besuch einen großen Anteil hatten von der  Entstehung der ehemals losen Gruppe zu einem „Echten Club“ bei der wir auch Mitglieder sind. Wir sind sehr froh und auch ein wenig stolz damals diesen Schritt getan zu haben.

Ich kann jedem der mal etwas Neues ausprobieren will nur empfehlen an einem der jährlichen Events des Clubs teilzunehmen, die An- und Abreise ist ein harter Brocken, aber es lohnt sich ungemein.

 

Grüße Klaus, 01.08.2017